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Reisetagebuch Portugal 2021

Seit fast 10 Jahren träume ich von dieser Reise: mit dem Wohnmobil nach Portugal. Und jetzt war es soweit. Am 13. November 2021 stand ich auf dem Autozug um 5.30 Uhr und es ging los. Raus aus dem (im letzten Sommer sehr stressigen) Alltag, rein ins Abenteuer.

Meinen VW Crafter „Kartoffelbrei“ hatte ich im November 2020 gekauft und mit ein wenig Hilfe von fachkundigen Menschen ausgebaut. Besonders stolz bin ich auf all das, was ich alleine zusammen gezimmert habe, hatte ich doch vorher noch nie eine Stichsäge in der Hand und mir extra für dieses Projekt einen Akkuschrauber gekauft. Natürlich einen pinken! 😉

13.11.- 16.11.2021
Es ging also los. Kurzer Stop in Bremen bei einer Freundin, dann die erste Nacht bei meinen Eltern in Rheinbach.  Am nächsten Tag weiter durch Frankreich, wo Happy und ich auf einem süßen, kleinen Wohnmobilstellplatz geschlafen haben.  Die Fahrt durch Frankreich war komplett verregnet, und bis auf zwei keine Runden mit Happy und zum tanken haben wir das Auto nicht verlassen. Abends auf dem Stellplatz ist mir aufgefallen, daß ich nicht mal etwas gegessen hatte. Es gab dann eine Hand voll Walnüsse zum Abendessen und ab ins Bett. 😉

Die nächsten beiden Tage haben wir komplett im Auto verbracht. Die nächste Übernachtung war in Spanien, wir haben an einem Naturschutzpark gestanden. Die Langschaft war großartig, leider war es auch dort noch ziemlich kalt, so daß wir uns wieder nach einer kleinen Hunderunde im Bett verkrochen haben. J Am Morgen sind wir dann weiter nach Portugal gefahren. Je weiter wir kamen, desto wärmer wurde es. Abends kamen wir endlich in Manta Rota, Portugal an und haben einen traumhaften Sonnenuntergang am Strand genossen. An diesem Strand habe ich die erste traumhaft schöne Jakobsmuschel gefunden. Diese Muschel wurde für mich das Symbol dieser traumhaften Reise und liegt im Auto in meinem schönen Solar Glas.

17.11.- 20.11.2021
Mittwochs machten wir uns auf den Weg zu einem Stellplatz, der nah am Meer liegt. Den Stellplatz, den ich eigentlich gebucht hatte,  konnte ich nicht anfahren, da das Mädel, der das Grundstück gehört, im Krankenhaus lag. Leider habe ich davon erst auf Nachfrage erfahren und musste jetzt kurzfristig umdisponieren. Das hat mich ziemlich gestresst, ehrlich gesagt. Ich hatte mich auf diesen Stellplatz sehr gefreut, weil dort auch Pferde waren, nur wenige Stellplätze und ich von dort aus die Umgebung entdecken wollte. Aber wie das Leben so spielt, nech? Wachstum passiert nur außerhalb der Komfortzone. 😉

 Ich fuhr also zu einem Stellplatz, der  aber leider voll belegt war. In dem Moment kam der ganze Stress der letzten Zeit raus und ich bekam erstmal einen Heulkrampf. 😉  Eine Freundin erzählte mir, daß unmittelbar daneben noch ein Stellplatz ist und Gott sei Dank bekam ich dort einen Platz. Einen sehr engen Platz, die Duschen waren auch nicht so toll, aber immerhin erstmal ankommen. Hier blieb ich drei Tage und habe den Strand genossen, der wirklich unbeschreiblich schön ist!

Auf diesem Platz habe ich dann die ersten Mitcamper kennengelernt und war wirklich begeistert von der Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit untereinander. Am Strand habe ich die zauberhafte Bernice mit ihrer Hündin Rain kennengelernt, die dort lebt und mit der ich dann morgens ab und an zusammen spazieren ging und wir haben zusammen Muscheln gesammelt. 😉 Diese Muscheln dort am Strand waren unglaublich! Handtellergroß und unglaublich schön. Ich habe ganz viele gesammelt und mitgebracht. Bernice zeigte mir dann, daß es auch ganz kleine, feine, rosafarbene Muscheln dort gibt. Auch davon habe ich natürlich einige mitgebracht.

20.11.2021
Es regnete. Der perfekte Tag, um etwas zu fahren und einen neuen Stellplatz zu suchen. Ich fuhr nach Lagos, dort wollte ich am Leuchtturm übernachten. Dort habe ich mich allerdings nicht wohl gefühlt, also bin ich weiter gefahren. Erstmal nach Sagres, dort hat es mir aber auch nicht gefallen, dann wollte ich noch ein Stück weiter..

 Mitten auf der Fahrt wurde mir plötzlich klar, daß ich gerade genau das machte, was ich den ganzen Sommer gemacht hatte. Von einem Ort (Termin) zum nächsten hetzen.. Und genau das wollte ich doch nicht. Ich wollte Ruhe, Erholung, runterkommen.. nicht auch hier gestresst sein.  Auls mir das bewusst wurde, liefen mal wieder die Tränen. Ich habe ganz schön viel geheult in den ersten Tagen. 😉

Das war der Moment, als ich beschlossen habe einfach zurück zu fahren zu dem Stellplatz nahe des Meeres. Ich brauche einfach das Meer in meiner unmittelbaren Nähe und ich wollte einfach runterfahren und irgendwo ankommen. J  Und in genau diesem Moment habe ich auch beschlossen, daß ich mein Alltagsleben entschleunigen muss. Nicht mehr von einem Job zum nächsten hetzen, sondern Pausen einbauen, zu mir kommen, mehr Zeit haben für Happy und für mich.

 Auf dem Weg zurück habe ich mich für eine Nacht auf einem kleinen Platz im Hinterland eingebucht. Der Platz ist zauberhaft und überall stehen Orangenbäume. Das fasziniert mich ja immer wieder. J  Ich wäre auch einen Tag länger dort geblieben, aber rund um den Stellplatz bellten und jaulten die ganze Nacht Hunde. Ich weiß, das ist normal im Süden, aber ich kann das ganz schwer ertragen..

21.11.2021
Ich fuhr zum Morgenspaziergang nach Portimao, ein wundervoller Strand! Danach machte mich auf den Weg zurück zu dem Stellplatz am Meer. Dann hatte ich riesiges Glück und bin auf dem Platz untergekommen, der beim ersten Versuch voll war. Dort habe ich mich eine Woche eingemietet und hatte einen schönen großen Stellplatz, den ganzen Tag Sonne und das Meer direkt hinter dem Platz.

Das beste an diesem Platz waren aber meine tollen Nachbarn. Ich habe soo nette Menschen dort kennengelernt!

21.11.- 28.11.2021
Die Woche in Portugal verbrachte ich hauptsächlich am Strand. Happy und ich sind viel gelaufen, fuhren immer mal zu anderen Stränden und schauten uns ein wenig die Gegend an.

Wir wurden bei unseren Nachbarn zum Essen eingeladen, lernten jeden Tag neue Menschen kennen, ich behandelte sogar einen Hund auf dem Stellplatz und gab Fitnesstips. J  Die Sonne schien jeden Tag, meistens zwar nicht den ganzen Tag, aber immer mal wieder. Tagsüber war es herrlich warm, nur nachts wurde es kalt. Gut daß Kartoffelbrei eine Standheizung hat! In dieser Woche komme ich sehr runter, bin richtig erholt und habe vor allem viel über mein Leben nachgedacht und neue Erkenntnisse gewonnen.

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